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Call for Papers: ÜberRest (Heidelberger Mediävistische Interdisziplinäre Nachwuchstagung)
Call for Papers: ÜberReste

Ruinen, Schriftzeugnisse und Überreste jeglicher Art sind stumme Zeugen, denen die Wissenschaft eine Stimme gibt. Dies umfasst neben Überresten im Sinne der historischen Quellenkritik vor allem Objekte, deren unterschiedliche Beschaffenheit vielfältige methodische Ansätze erfordert. Denn auch archäologische Funde, Kunstgegenstände oder topographische Strukturen gewähren punktuelle Einblicke in die Vergangenheit und regen zu wissenschaftlicher Auseinandersetzung an. Auf der Suche nach Kontinuität und Bruch, Tradition und Innovation werden Überreste sowohl interpretiert als auch vor dem Spiegel zeitgenössischer Diskurse kontextualisiert.
Dabei ist der Akt der rekonstruierenden Wiedergewinnung historisch so selbstverständlich wie das Erschaffen, Erneuern und Zerstören. Er manifestiert sich nicht nur in der befundgetreuen Rekonstruktion, sondern auch in der Neukonstruktion im vermeintlichen Geiste einer vergangenen Epoche. Spätestens seit der Institutionalisierung der Wissenschaften im 19. Jahrhundert wird sich die Forschung sukzessive bewusst, dass dieser Vorgang stets von der Wahrnehmung und den Wertvorstellungen einer Gesellschaft geprägt ist.
Der Kreislauf von Aufbau, Niedergang und Rekonstruktion lässt sich einerseits in Bezug auf das Objekt selbst beobachten und betrifft andererseits den wissenschaftlichen Diskurs. So ist nicht nur der Überrest an sich, sondern auch die Diskussion über ihn Teil einer zyklischen Dynamik. Gerade vor dem Hintergrund aktueller politischer Ereignisse, wie beispielsweise der Zerstörung von Kulturgütern, zeigt sich die Brisanz dieser Themenkomplexe.
Ziel der Tagung ist es, sich mediävistischen Objekten, Phänomenen und Ereignissen mittels natur-, sozial- und geisteswissenschaftlicher Methoden und Fragestellungen im Rahmen der Themenfelder Erschaffen, Erneuern und Zerstören anzunähern. Dabei können sich die Leitfragen an folgenden Eckpunkten ausrichten: Entdeckungen und Funde, Gründe der Zerstörung, Wandel der Normen oder Paradigmenwechsel bis hin zur Rezeptionsgeschichte.
Ausgehend von einer studentischen Initiative des interdisziplinären Heidelberger Mittelalter-Master (HMM) wird die Tagung von Studierenden und Doktoranden der Universität Heidelberg organisiert. Für den Zeitraum vom 09. bis zum 12. Juni 2016 soll aktuellen Fragen, Diskursen und Projekten Raum geboten werden. In erster Linie richtet sich die Tagung an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden unterschiedlichster Fachrichtungen mit mediävistischem Fokus. Einsendungen von jüngeren Studierenden und Post-Docs sind herzlich willkommen.

Abstracts für Vorträge, Workshops, Exkursionen und alternative Formate im Umfang von maximal einer Seite (Deutsch oder Englisch) sowie ein kurzer akademischer Lebenslauf sind bis zum 06. Januar 2016 einzusenden an:

Anfahrt- und Übernachtungskosten können voraussichtlich anteilig übernommen werden.
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